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BSVÖ im Fokus: Geld. Banknoten erkennen – taktile Merkmale und mehr.

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Hatten Sie während einer Reise ins Ausland auch schon einmal fremde Währungen im Geldbörsel und mussten damit bezahlen? Auf einmal kommt es dann zum Stau an der Kassa, denn bis die richtigen Scheine und Münzen zusammengesucht wurden, dauert es. Wer dabei das Geld auf der Suche nach Zahlenwerten eifrig hin und her wendet und schließlich im besten Fall fündig wird, hat es leichter als all jene, die nicht auf ihre visuelle Wahrnehmung beim Geldausgeben zurückgreifen können. Und jetzt stellen Sie sich vor, es geht Ihnen mit der eigenen Währung so, dass Sie einen 10er nicht von einem 100er Schein unterscheiden können, weil es schlichtweg keine fühlbaren Merkmale gibt. Unheimlich – aber während es abertausenden blinden und sehbehinderten Amerikaner:innen mit nicht barrierefreien Dollar-Noten tagtäglich so geht, haben wir in Europa eine Währung, bei der taktile Unterscheidungsmerkmale von Anfang an mitgeplant waren. Jetzt steht uns eine neue Euro-Banknotenserie voraus und verspricht verbesserte Barrierefreiheit und gänzlich neue Elemente…

Bereits in der Designphase der 1990er-Jahre zur ersten Euro-Banknotenserie arbeitete die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Europäischen Blindenunion (EBU) zusammen und ging auf die Forderungen blinder und sehbehinderter Menschen ein, um einen möglichst selbstbestimmten Umgang mit Banknoten und Münzen sicherzustellen.

Unterscheidbar

Euro-Banknoten haben gleich mehrere Erkennungsmerkmale. Die wichtigste Grundregel lautet: Je höher der Wert, desto größer der Schein. Zusätzlich helfen kräftige, kontrastreiche Farben und große Wertzahlen Menschen mit Sehrest. Für die Finger gibt es erhabene Druckelemente: Die große Wertzahl ist fühlbar, ebenso die Reliefstruktur des Drucks. Besonders praktisch sind die fühlbaren Linien an den Längsrändern.

Dabei steckt sogar ein kleines taktiles Zahlenspiel im Rand: Beim 5- und 50-Euro-Schein sind die Linien ohne Unterbrechung, beim 10er und 100er gibt es eine Lücke, beim 20er und 200er zwei. Ähnliche Muster lassen sich zusätzlich über die unterschiedliche Größe auseinanderhalten.

Die Geschichte dieser Idee reicht also bis zur Geburt des Euro zurück. Die zweite Banknotenserie, die sogenannte Europa-Serie, wurde von 2013 bis 2019 eingeführt und verbesserte die Zugänglichkeit nochmals.

Und der Dollar? Eher „One size fits all“

Beim US-Dollar sieht die Sache traditionell deutlich weniger komfortabel aus: Die Scheine haben grundsätzlich dasselbe Format und unterscheiden sich nicht durch ein systematisches taktiles Denominationsmerkmal. Zwar gibt es erhabenen Druck, große Zahlen und inzwischen weitere visuelle Merkmale – aber für blinde Menschen lässt sich der Wert nicht einfach durch ein einheitliches Tast-System bestimmen.

Die USA setzen deshalb unter anderem auf technische Hilfen: Das staatliche Bureau of Engraving and Printing stellt berechtigten blinden und sehbehinderten Menschen kostenlos einen elektronischen Geldscheindetektor zur Verfügung, der den Wert ansagt oder per Ton beziehungsweise Vibration signalisiert. Auch Apps können Banknoten erkennen.

Technik ist hilfreich – aber ein Geldschein, den man selbst ertasten und unmittelbar unterscheiden kann, ist noch ein Stück mehr Unabhängigkeit.

Kultur, Vögel und Braille

Auch beim kommenden Euro geht die Entwicklung weiter. Die EZB arbeitet derzeit an einer komplett neuen Banknotenserie – der ersten umfassenden Neugestaltung seit der Einführung des Euro-Bargelds 2002. Im Juli 2026 wurden zehn Designvorschläge vorgestellt: fünf zum Thema „Europäische Kultur“, fünf zum Thema „Flüsse und Vögel“. Bis 21. September 2026 können Menschen in Europa dazu Stellung nehmen; die endgültige Entscheidung über das Design soll voraussichtlich gegen Ende 2026 fallen. Danach beginnen Entwicklung, Tests und Produktion – bis die neuen Scheine tatsächlich im Portemonnaie landen, werden noch einige Jahre vergehen.

Was schon feststeht: Die bisherigen Stückelungen von 5 bis 200 Euro sollen voraussichtlich bleiben. Auch Größen und Hauptfarben dürften weitgehend erhalten bleiben. Gleichzeitig sollen neue Sicherheitsmerkmale und eine noch bessere Zugänglichkeit entwickelt werden. Menschen mit Sehbeeinträchtigung werden ausdrücklich in den Prozess einbezogen.

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