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Cybergewalt gegen Mädchen: Wer besonders verletzlich ist, braucht besseren Schutz

  • Cybergewalt © BSVÖ

Ein neuer Bericht des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE) zeigt: Cybergewalt gegen Mädchen und junge Frauen ist längst kein Randphänomen mehr. Für viele gehört sie zum digitalen Alltag – auf Social Media, in Gruppenchats, beim Online-Gaming oder auf Plattformen, die eigentlich sichere Räume sein sollten. Und auch in der digitalen Welt sind Mädchen mit Behinderungen besonders angreifbar.

Mädchen erleben beleidigende Nachrichten, Ausgrenzung, Bodyshaming, unerwünschte Kontaktaufnahmen, sexualisierte Belästigung oder das Teilen und Manipulieren von Bildern. Besonders alarmierend ist die Zunahme KI-generierter Inhalte wie Deepfakes oder sogenannter „Deepnudes“. Dabei können Bilder von Mädchen ohne ihre Zustimmung manipuliert und sexualisiert dargestellt werden. Die Folgen reichen von Scham und Angst bis zu Rufschädigung, sozialem Rückzug und schweren psychischen Belastungen.

Der Bericht macht aber auch deutlich: Nicht alle Mädchen sind gleichermaßen betroffen. Behinderung wird ausdrücklich als Faktor genannt, der das Risiko für Cybergewalt erhöhen und die Folgen verschärfen kann. Mädchen und junge Frauen mit Behinderungen können zusätzlich mit Ableismus, Spott, entwürdigenden Memes, Dehumanisierung oder Mitleidsdarstellungen konfrontiert sein. Der Bericht verweist darauf, dass behinderungsbezogene Stigmatisierung, Barrieren beim Melden von Vorfällen und soziale Isolation den Schaden weiter verstärken können.

Damit wird Cybergewalt auch zu einer Frage von Barrierefreiheit und Teilhabe. Wenn digitale Räume nicht sicher, zugänglich und vertrauenswürdig sind, werden gerade jene Menschen ausgeschlossen, die ohnehin mit zusätzlichen Barrieren konfrontiert sind. Für Mädchen und junge Frauen mit Behinderungen bedeutet digitale Gewalt daher oft eine doppelte Belastung: Sie erleben nicht nur geschlechtsspezifische Gewalt, sondern auch Angriffe auf ihre Behinderung oder Identität.

EIGE fordert deshalb frühere und bessere Prävention, klare Meldewege, stärkere Verantwortung der Plattformen und Unterstützungsangebote, die auch intersektionale Erfahrungen berücksichtigen. Schulen, Beratungsstellen, Polizei und digitale Plattformen müssen besser vorbereitet sein, um Betroffene ernst zu nehmen und rasch zu unterstützen.

Digitale Gewalt ist reale Gewalt. Eine inklusive digitale Gesellschaft bedeutet nicht nur Zugang zu Technik, sondern auch Schutz, Sicherheit und das Recht, sich online frei und selbstbestimmt zu bewegen – für alle Mädchen und jungen Frauen, insbesondere für jene, die mehrfachen Diskriminierungsrisiken ausgesetzt sind.

Quelle: https://eige.europa.eu/publications-resources/publications/lived-reality-policy-action-combating-cyber-violence-against-girls-eu

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