BSVÖ im Fokus: Hundstage. Blindenführhunde an Hundstagen.
Ja, auch Hunde leiden unter den Hundstagen. Blindenführhunde, die einen verantwortungsvollen Job haben, sind davon nicht ausgenommen. Was aber bedeutet das für sichere Mobilität und für ihre Menschen? Im BSVÖ-Fokus haben wir es uns genauer angesehen.
Man darf eines nicht vergessen: Blindenführhunde sind für viele blinde Menschen weit mehr als Begleiter – sie ermöglichen Orientierung, sichere Fortbewegung und ein hohes Maß an selbstbestimmter Mobilität. Gerade deshalb wirken sich große Hitze und Hitzewellen nicht nur auf die Hunde selbst aus, sondern auch unmittelbar auf die Lebensqualität und Unabhängigkeit ihrer Besitzer.
Hunde und Hitze
Hunde können ihre Körpertemperatur deutlich schlechter regulieren als Menschen. Während Menschen schwitzen, um überschüssige Wärme abzugeben, verfügen Hunde nur über wenige Schweißdrüsen an den Pfoten und kühlen sich hauptsächlich durch Hecheln ab. Bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit stößt dieser Mechanismus jedoch schnell an seine Grenzen. Bereits Temperaturen ab etwa 20 °C können für Hunde belastend sein; ab etwa 25 °C steigt das Risiko einer Überhitzung und eines Hitzschlags deutlich an. Zu den Warnzeichen zählen starkes Hecheln, Unruhe, verlangsamte Reaktionen, Schwäche, Erbrechen oder im schlimmsten Fall ein Kreislaufzusammenbruch. Unbehandelt kann ein Hitzschlag lebensbedrohlich werden.
Mehr dazu im Artikel: https://www.perkins.org/how-does-heat-affect-cvi/
Wenn die Straßen glühen sorgt das für verbrannte Pfoten
Besonders problematisch sind heiße Straßenbeläge. Asphalt, Beton oder Pflastersteine können sich in der Sonne stark aufheizen und Temperaturen erreichen, die die empfindlichen Pfotenballen verbrennen. Die britische Organisation Guide Dogs empfiehlt daher die sogenannte „Fünf-Sekunden-Regel“: Kann man den Handrücken nicht fünf Sekunden lang auf den Boden legen, ist die Oberfläche auch für den Hund zu heiß. Auch künstliche Rasenflächen oder Metalloberflächen können zur Gefahr werden. Für einen arbeitenden Blindenführhund bedeutet dies, dass gewohnte Wege plötzlich nicht mehr sicher genutzt werden können. Der Hund kann langsamer werden, stehen bleiben, zögern oder versuchen, schattigere Wege zu wählen, um Schmerzen zu vermeiden.
Mehr dazu finden Sie im Arikel: Dogs and hot weather“ online unter: https://www.guidedogs.org.uk/getting-support/information-and-advice/dog-care-and-welfare/hot-weather/
Alles eine Sache der Planung
Für blinde Menschen hat dies weitreichende Folgen. Sie müssen ihre Tagesabläufe an die Bedürfnisse ihres Führhundes anpassen und Wege in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen. Spontane Erledigungen während der heißesten Tageszeit werden schwieriger oder müssen ganz ausfallen. Längere Strecken erfordern häufigere Pausen im Schatten sowie die Mitnahme von Wasser und tragbaren Näpfen. In extremen Hitzeperioden kann es sogar notwendig sein, die Arbeitszeit des Hundes deutlich zu reduzieren oder auf alternative Unterstützung zurückzugreifen. Die selbstverständliche Mobilität, die der Führhund normalerweise ermöglicht, wird dadurch eingeschränkt.
Kompromisse finden
Hinzu kommt die emotionale Belastung. Viele Halter erleben einen Konflikt zwischen dem Wunsch nach Eigenständigkeit und der Verantwortung für das Wohlergehen ihres Hundes. Sie müssen ständig abwägen, ob ein Weg notwendig ist oder ob die Belastung für den Hund zu groß wäre. Aus Sorge um die Gesundheit ihres tierischen Partners verzichten manche auf Aktivitäten, soziale Treffen oder Termine. Die Sommerhitze betrifft daher nicht nur die körperliche Gesundheit des Führhundes, sondern kann auch die soziale Teilhabe und die Unabhängigkeit blinder Menschen einschränken.
Mehr dazu im Artikel: Hot Weather Safety Tips for Dogs: How to Keep Your Pup Safe in the Dog Days of Summer. Online unter: https://www.guidedogs.com/blog/hot-weather-safety-tips
Was getan werden kann
Umso wichtiger sind vorbeugende Maßnahmen: Spaziergänge und Wege sollten möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden gelegt werden, schattige Routen bevorzugt und ausreichend Trinkwasser mitgeführt werden. Kühlmöglichkeiten, regelmäßige Ruhepausen und gegebenenfalls Pfotenschutz können helfen, die Belastung zu reduzieren. Gleichzeitig macht die zunehmende Zahl von Hitzetagen deutlich, dass auch die Bedürfnisse von Blindenführhundteams bei der Stadtplanung mitgedacht werden müssen – etwa durch mehr Schattenplätze, Trinkwasserstellen und barrierefreie Rückzugsorte. Denn der Schutz des Blindenführhundes ist untrennbar mit der Sicherheit, Mobilität und Selbstbestimmung seines blinden Menschen verbunden.
Mehr dazu im Artikel: “Guide dogs in Summer Heat – How to Look After Your Fury Companions in a Heatwave” https://barathegyisegitokutya.hu/guide-dogs-in-summer-heat-how-to-look-after-your-fury-companions-in-a-heatwave

