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BSVÖ im Fokus: Hundstage. Hitze im Auge.

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Im BSVÖ-Fokus packen wir uns in den Schatten und werfen einen Blick auf die Auswirkungen, die heiße Tage für blinde und sehbehinderte Menschen mit sich bringen können.
Diese können für Menschen aller Altersklassen beschwerlich werden – gerade aber ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und auch Menschen mit Behinderungen sind statistisch gesehen in größerem Maß von negativen gesundheitlichen Folgen betroffen, wenn sie sich heißen Temperaturen ausgesetzt sehen.

Heiße Belastung für den Körper

Neben den allgemeinen Risiken von Hitzewellen, wie Dehydrierung, Kreislaufproblemen oder Hitzeerschöpfung, können sich für blinde und sehbehinderte Menschen auch bestehende visuelle Einschränkungen verstärken. Menschen mit einem Sehrest berichten häufig, dass sie bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung stärker unter Blendungen, verschwommenem Sehen und einer verminderten Kontrastwahrnehmung leiden. Reflektionen auf Asphalt, Glasflächen oder Wasser erschweren die Orientierung zusätzlich und können die Nutzung des vorhandenen Sehvermögens deutlich beeinträchtigen.

Visuelle Verarbeitung beeinflusst

Besonders ausgeprägt können diese Auswirkungen bei Menschen mit einer zerebralen beziehungsweise kortikalen Sehbeeinträchtigung (CVI) sein. Berichte von Betroffenen zeigen, dass Hitze nicht nur zu körperlicher Erschöpfung, Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen führen kann, sondern auch die visuelle Verarbeitung im Gehirn beeinflusst. Einige beschreiben, dass sich ihr Gesichtsfeld verengt, vertraute Umgebungen plötzlich fremd erscheinen oder die Sicht insgesamt verschwommener und „ausgewaschener“ wird. Auch die Fähigkeit, bekannte Wege sicher zu bewältigen oder mehrere Sinneseindrücke gleichzeitig zu verarbeiten, kann unter Hitzebelastung deutlich nachlassen. In Kombination mit Menschenmengen, Lärm oder grellem Licht steigt die Gefahr einer sensorischen Überforderung zusätzlich. Obwohl hierzu bislang nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen, verdeutlichen die Erfahrungen von Menschen mit CVI, dass hohe Temperaturen ihre visuelle Leistungsfähigkeit und ihre Teilhabemöglichkeiten im Alltag erheblich einschränken können.
Den ganzen Artikel „How does heat affect CVI?“ finden Sie online unter: https://www.perkins.org/how-does-heat-affect-cvi/

Höhere Temperaturen, stärkere Sehbehinderung?

Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass hohe Umgebungstemperaturen die Augengesundheit insgesamt beeinflussen können. Eine in der Fachzeitschrift Ophthalmic Epidemiology veröffentlichte Untersuchung zeigte, dass ältere Menschen in Regionen mit höheren Durchschnittstemperaturen häufiger von schweren Sehbeeinträchtigungen betroffen waren als Menschen in kühleren Regionen. Als mögliche Erklärungen werden eine stärkere Belastung durch ultraviolette Strahlung, eine erhöhte Exposition gegenüber Luftschadstoffen sowie temperaturbedingte Veränderungen der Augengesundheit diskutiert. Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch, dass weitere Forschung notwendig ist, um die genauen Zusammenhänge besser zu verstehen.
Mehr dazu erfahren Sie hier in dem Artikel „Can Hot Weather Affect Vision“ online unter: https://www.2020mag.com/article/can-hot-weather-affect-vision-p2p-081423

In den Schatten!

Vor diesem Hintergrund kommt dem Hitzeschutz für blinde und sehbehinderte Menschen eine besondere Bedeutung zu. Aufenthalte im Freien sollten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Ausreichendes Trinken, regelmäßige Ruhepausen im Schatten oder in klimatisierten Räumen sowie individuell angepasster Blendschutz – etwa durch Sonnenhüte oder Filterbrillen – können helfen, gesundheitliche Belastungen zu reduzieren. Gleichzeitig ist es wichtig, die unterschiedlichen Erfahrungen und Bedürfnisse innerhalb der Gruppe anzuerkennen. Während manche Menschen nur geringe Einschränkungen wahrnehmen, können große Hitze und grelles Licht für andere zu einer erheblichen Beeinträchtigung von Gesundheit, Orientierung und selbstbestimmter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben führen.

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