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BSVÖ im Fokus: Hundstage. Heiße Hindernisse.

Endlich Sommer! Während sich die einen fröhlich mit der Badetasche unter dem Arm auf in den Schatten machen, stellt die Sommerhitze für andere eine Belastung dar, die sich auf die Gesundheit und das Wohlbefinden schlägt. Für blinde und sehbehinderte Menschen können Sommer, Sonne und die Folgewirkungen aber noch ganz andere Herausforderungen mit sich bringen. Im BSVÖ-Fokus Hundstage widmen wir uns deswegen ein Monat lang den langen, heißen Tagen des Sommers.
 

Die meisten Menschen freuen sich auf den Sommer und genießen es auch, in kurzen Ärmeln ein Eis zu essen oder die warmen Tage und Nächte im Freien zu verbringen. Was der Sommer aber auch mit sich bringt, sind Hitzeperioden, die verbaute Räume auch nachts über nicht abkühlen lassen und die Konditionen mit sich bringen, die vielen Menschen an die Gesundheit gehen. Klimaanlage an, Füße in ein kaltes Bad und ein eisgekühltes Getränk und gut ist es? Wenn es nur so leicht wäre!

Große Hitze, neue Barrieren

Sobald die Temperaturen steigen, bringt Schatten Kühlung. Kein Wunder also, dass Schattenspender vor Geschäftsflächen, in Fußgängerzonen oder Restaurantgärten wie die Schwammerl aus dem Boden wachsen. Für blinde und sehbehinderte Menschen kann das schnell zu einem neuen Hindernislauf werden. Mobile Schattenspender werden mit der Sonne verrückt, stehen mal hier, mal dort im Weg und verschwinden dann wieder, um wo anders aufgestellt zu werden. Ein Merken der Wege ist somit ein Ding der Unmöglichkeit.

Temporäre Hotspots

Was das Versellen von Wegen und Leitlinien angeht, sind besonders jene Orte betroffen, an denen ein sommerlich bedingtes hohes Aufkommen ist. Gerade vor Eisgeschäften und beliebten Take-Aways kommt es regelmäßig zur Schlangenbildung, die sich quer über Gehwege spannen. In Parks erhöht sich das Aufkommen und alle, die mit fahrbaren Untersätzen angeradelt oder angerollert kamen, müssen diesen nun auch irgendwo parken. Das Ergebnis: vor beliebten Orten verstellen geschwind angehängte oder irregulär abgestellte Leih-Roller Gehwege und stellen so gefährliche Stolperfallen für blinde und sehbehinderte Menschen da. Leitlinien und auch Hauswände sind keine Orte, um Fahrzeuge abzustellen! Bitte parken Sie Ihre Räder, Roller und Co in den dafür vorgesehen und markierten Bereichen!

Sommer ist Baustellenzeit.

Viele Städte nutzen die Sommermonate, um Bauprojekte durchzuführen. Sehr zum Leidwesen derjenigen, die nicht auf Sommerfrische ins Grüne fuhren, wird nun gehämmert, gebaggert, gestemmt – nicht selten im innerstädtischen Bereich.

Baustellen können aber eine besondere Herausforderung darstellen, wenn sie vertraute Wege und Orientierungspunkte plötzlich verändern oder ganz verschwinden lassen. Viele Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung bewegen sich im Alltag mithilfe eingeübter Routen, die auf festen Strukturen wie Bordsteinkanten, Hausfassaden, Bodenbelägen, akustischen Signalen oder der Anordnung von Straßen und Gehwegen beruhen. Werden diese durch Bauarbeiten unterbrochen, abgesperrt oder verlegt, geht ein wichtiger Teil der Orientierung verloren. Provisorische Umleitungen sind häufig nicht ausreichend tastbar oder akustisch gekennzeichnet und werden oftmals nur durch visuelle Hinweisschilder ausgewiesen. Hindernisse wie Bauzäune, abgestellte Fahrzeuge, Baumaterialien oder plötzlich verengte Gehwege können unerwartet im Weg stehen und die sichere Fortbewegung erschweren. Für Menschen mit einem Sehrest kommen zusätzlich Blendungen durch reflektierende Oberflächen, unübersichtliche Markierungen oder mangelnde Kontraste hinzu.

Diese und ähnliche Situationen, in denen unerwartete Hindernisse den Weg verstellen, beeinträchtigen nicht nur die Orientierung, sondern auch die selbstbestimmte Mobilität. Wege, die zuvor eigenständig und sicher bewältigt werden konnten, müssen neu erkundet oder mit Unterstützung anderer Personen zurückgelegt werden. Dadurch steigt die Unsicherheit, und spontane Entscheidungen im Alltag werden erschwert. Wer darauf achtet, nichts auf Leitlinien abzustellen und seine Umgebung aufmerksam wahrnimmt, kann dazu beitragen, dass alle sicher unterwegs sein können. Eine inklusive Baustellengestaltung mit klaren, tastbaren Leitlinien, gut abgesicherten Durchgängen und zugänglichen Informationen sind ebenso eine  wichtige Voraussetzung dafür, dass blinde und sehbehinderte Menschen ihre Wege weiterhin sicher, selbstständig und selbstbestimmt zurücklegen können.

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