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Eine Million Seiten, massiv viele Fehler. Der WebAIM Million Report für 2025.

  • digitale Barrierefreiheit © BSVÖ

94,8 %. Merken Sie sich diese Zahl, denn sie ist etwas Besonderes. Optimist:innen würden sie vielleicht auf 30% reduzieren und sogar unter den Pessimist:innen würden wahrscheinlich nicht alle so hoch pokern. Die Frage dahinter lautet: Angenommen, eine Million Webseiten wird auf Barrierefreiheit hin untersucht. Wie hoch ist der Prozentsatz der Startseiten, die einen Verstoß gegen die WCAG-Richtlinien aufweisen? Und nun wissen Sie, was es mit den 94,8 % auf sich hat.
Der Report von WebAIM Million zeigt auch für 2025 auf, dass der Weg zum grenzenlosen Internet noch ein weiter ist.

Warum Traffic und Barrierefreiheit zwei paar Schuhe sind.

Das Projekt „WebAIM Million“ untersucht jedes Jahr die Startseiten der weltweit meistbesuchten eine Million Websites und analysiert deren Barrierefreiheit. Die Organisation WebAIM überprüft dabei automatisiert, ob zentrale Anforderungen der WCAG-Richtlinien (Web Content Accessibility Guidelines) eingehalten werden. Der Bericht gilt international als eine der wichtigsten Studien zur digitalen Zugänglichkeit, weil er konstant aufzeigt, dass richtige Barrierefreiheit nach wie vor Mangelerscheinung ist.

Digital – eine Qual?

Digitale Barrierefreiheit entscheidet über Teilhabe und Selbstbestimmung. Viele alltägliche Bereiche – etwa Onlinebanking, Bewerbungen, Behördenwege, Einkäufe oder Gesundheitsinformationen – wurden und werden in den digitalen Raum verschoben und lassen sich inzwischen hauptsächlich digital bedienen. Wenn Websites nicht barrierefrei gestaltet sind, werden Menschen von diesen Angeboten ausgeschlossen.

Der Report macht sichtbar, dass besonders blinde und sehbehinderte Menschen, Nutzer:innen von Screenreadern, Menschen mit motorischen Einschränkungen oder Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen betroffen sind. Hier wurden die meisten Mängel festgestellt.  

Die wichtigsten Ergebnisse des aktuellen Reports

Der aktuelle WebAIM-Million-Report zeigt, dass die meisten großen Websites weiterhin erhebliche Probleme haben. Auf 94,8 % aller untersuchten Startseiten wurden automatisch erkennbare Fehler gegen die WCAG-Richtlinien gefunden. Durchschnittlich enthält jede Seite 51 Accessibility-Fehler.

Besonders häufig sind mangelnde Farbkontraste, fehlende Alternativtexte für Bilder, unbeschriftete Formulare sowie leere Links oder Buttons. Diese Probleme erschweren die Nutzung von Websites massiv. Ein Screenreader kann beispielsweise Bilder ohne Alternativtext nicht erklären, während zu geringe Kontraste Texte für viele Menschen kaum lesbar machen.

Auffällig ist außerdem, dass Webseiten immer komplexer werden. Moderne Websites enthalten deutlich mehr HTML-Elemente, dynamische Inhalte und JavaScript-Anwendungen als noch vor wenigen Jahren. Diese technische Komplexität führt häufig dazu, dass Tastatursteuerungen nicht funktionieren oder Screenreader Inhalte nicht korrekt erfassen können.

Verbesserungen gegenüber den Vorjahren

Der Report zeigt zwar Fortschritte, diese fallen jedoch vergleichsweise langsam aus. Im Vergleich zum Vorjahr sank die durchschnittliche Zahl der Fehler um rund zehn Prozent. Auch bestimmte Probleme wie fehlende Sprachkennzeichnungen oder schlechte Farbkontraste wurden etwas seltener.

Trotzdem bleibt die Gesamtsituation problematisch. Schon seit Jahren liegen die Fehlerquoten extrem hoch. Zwar verbessert sich das Bewusstsein für Accessibility in Unternehmen und bei Entwickler:innen, doch die zunehmende technische Komplexität moderner Websites verhindert oft größere Fortschritte.

Der Report zeigt drastisch aus, dass digitale Barrieren weiterhin ein globales Alltagsproblem darstellen. Viele Websites sind nur eingeschränkt oder gar nicht nutzbar.

Wer Formulare nicht bedienen kann, Informationen nicht wahrnehmen kann oder digitale Dienstleistungen nicht erreicht, wird in vielen Lebensbereichen benachteiligt.

Der WebAIM-Report macht deutlich, dass technische Innovation allein nicht ausreicht. Entscheidend sind verständliche Strukturen, sauberes HTML, klare Navigation und zugängliches Design. Alles Selbstverständlichkeiten, sollte man meinen. Dass die Realität anders aussieht, zeigt den Mangel an Wissen und an Bewusstsein auf – gegen beides wendet sich der Report mit beeindruckenden (und erschreckenden) Zahlen.

Lesen Sie hier den gesamten Überblick: https://webaim.org/projects/million/

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