BSVÖ im Fokus: Wunderwerk Auge. Blinzel, Blinzel
Hast du was im Auge? Oder wird aus Zustimmung geblinzelt? Und wie oft am Tag passiert es in der Regel, dass das Lied auf- und wieder zuklappt. Und was hat es mit dem Lieschluseffekt auf sich? Wir blinzeln Ihnen zu und erzählen es!
Schutz und Schmutz
Das Blinzeln gehört zu den wichtigsten automatischen Schutzfunktionen des Auges. Obwohl es meist unbewusst geschieht, erfüllt es mehrere lebenswichtige Aufgaben. Ohne regelmäßiges Blinzeln würden die Augen austrocknen, gereizt werden und deutlich schlechter sehen. Die wichtigste Aufgabe des Blinzelns besteht darin, den Tränenfilm gleichmäßig über die Augenoberfläche zu verteilen. Bei jedem Lidschlag wird eine dünne Schicht Tränenflüssigkeit über Hornhaut und Bindehaut gestrichen.
Kopfarbeit
Blinzeln hat nicht nur eine Schutzfunktion für die Augen, sondern erfüllt auch soziale und neurologische Aufgaben. Die Häufigkeit des Blinzelns verändert sich nämlich je nach emotionalem Zustand und geistiger Aktivität. Menschen blinzeln oft häufiger, wenn sie gestresst, müde oder emotional angespannt sind. Auch während Gesprächen steigt die Blinkrate häufig an, da das Gehirn ständig Informationen verarbeitet und auf soziale Signale reagiert.
Interessanterweise hängt die Blinkhäufigkeit außerdem stark von der Konzentration ab. Beim Lesen oder bei längerer Arbeit am Bildschirm blinzeln viele Menschen deutlich seltener als gewöhnlich, weil ihre Aufmerksamkeit stark auf eine bestimmte Aufgabe gerichtet ist. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr so regelmäßig über die Augenoberfläche verteilt. Die Augen trocknen schneller aus, was zu Brennen, Reizungen oder verschwommenem Sehen führen kann. Deshalb klagen viele Menschen nach langer Bildschirmarbeit über trockene oder müde Augen.
Marathonleistung
Ein gesunder Erwachsener blinzelt durchschnittlich etwa 10 bis 20 Mal pro Minute. Im Laufe eines Tages summiert sich das auf ungefähr 15.000 bis 30.000 Lidschläge. Ein einzelner Lidschlag dauert dabei meist nur etwa 100 bis 400 Millisekunden. Obwohl das Auge währenddessen für einen kurzen Moment geschlossen ist, nehmen wir diese Unterbrechung kaum wahr. Das Gehirn blendet die kurzen Aussetzer der Sicht nahezu vollständig aus und sorgt so dafür, dass unser Seheindruck durch das ständige Blinzeln nicht gestört wird.
Augen zu?
Der Lidschlussreflex ist bei den meisten gesunden Augen ein automatischer Schutzreflex des Körpers, bei dem sich die Augenlider blitzschnell schließen. Er läuft unbewusst ab und dient vor allem dazu, die empfindliche Oberfläche des Auges vor Verletzungen, Austrocknung und schädlichen Reizen zu schützen. Ausgelöst wird der Reflex beispielsweise dann, wenn plötzlich etwas auf das Auge zufliegt, grelles Licht auftritt, ein Luftzug das Auge reizt oder die Hornhaut berührt wird. Auch ein plötzlicher Schreck kann den Reflex aktivieren. Der Lidschlussreflex gehört zu den schnellsten Schutzreaktionen des menschlichen Körpers und hilft dabei, die empfindliche Hornhaut vor Schäden zu bewahren.
Der menschliche Lidschlussreflex gehört zu den schnellsten Schutzreaktionen des Körpers. Die Reaktionszeit beträgt typischerweise etwa 100 bis 150 Millisekunden. In besonders schnellen Fällen kann der Reflex sogar in weniger als 100 Millisekunden ausgelöst werden. Das bedeutet, dass sich das Auge innerhalb von weniger als einer Zehntelsekunde schließen kann. Zum Vergleich: Ein bewusster menschlicher Reaktionsvorgang dauert meist etwa 200 bis 250 Millisekunden oder sogar länger. Der Lidschlussreflex ist damit deutlich schneller als bewusst gesteuerte Bewegungen und schützt das Auge oft noch bevor eine Gefahr bewusst wahrgenommen wird.

