BSVÖ im Fokus: Wunderwerk Auge. Krokodilstränen?
Manche tun es beim Zwiebelschneiden, manche bei ergreifender Musik, manche, wenn sie sich weh getan haben und wieder andere vor Freude: es werden Tränen vergossen. Aber weshalb? Und wie funktioniert das eigentlich, das Weinen?
Wir widmen uns im BSVÖ-Fokus den Augen und ihren hochkomplexen Funktionsweisen und lassen diesmal die Tränen fließen…
Weinen ist eine natürliche Schutz- und Reaktionsfunktion des Körpers. Tränen befeuchten das Auge, reinigen es und schützen es vor Schäden. Gleichzeitig können Tränen auch durch starke Gefühle ausgelöst werden – etwa durch Trauer, Freude, Angst oder Schmerz. Der Mensch ist eines der wenigen Lebewesen, bei dem emotionale Tränen eine so große Rolle spielen.
Wo Tränen entstehen
Die Tränenflüssigkeit wird hauptsächlich in der Tränendrüse produziert. Diese liegt oberhalb des Auges unter dem oberen Augenlid. Bei jedem Blinzeln verteilt sich ein dünner Tränenfilm über die Oberfläche des Auges.
Dieser Tränenfilm besteht aus mehreren Schichten:
- einer Schleimschicht, die die Tränen auf der Augenoberfläche festhält,
- einer wässrigen Schicht zur Versorgung und Reinigung,
- sowie einer Fettschicht, die verhindert, dass die Tränen zu schnell verdunsten.
Die Tränen erfüllen dabei wichtige Aufgaben:
- Sie halten die Hornhaut feucht.
- Sie versorgen das Auge mit Sauerstoff und Nährstoffen.
- Sie spülen Staub, Schmutz und kleine Fremdkörper aus dem Auge.
Ein Kochrezept für Tränen
Alles nur Wasser? Mitnichten!
Man nehme außerdem das antibakterielle Enzym Lysozym, dazu Lactoferrin, Immunglobuline und jede Menge Defensine (kleine Eiweißstoffe) und schon ist er fertig, der antibakterielle Tränenmix!
Wohin nichtgeweinte Tränen fließen…
Überschüssige Tränen fließen über kleine Öffnungen im inneren Augenwinkel in die Tränenkanäle und schließlich in die Nase ab. Deshalb läuft beim Weinen oft auch die Nase.
Ein Meer voller Tränen?
Ein gesundes Auge produziert durchschnittlich etwa 1 bis 2 Mikroliter Tränenflüssigkeit pro Minute. Das klingt wenig, summiert sich aber auf ungefähr:
- 0,5 bis 1 Milliliter pro Tag
- mehrere hundert Milliliter pro Jahr
Der größte Teil davon verdunstet oder fließt unbemerkt über die Tränenkanäle ab.

