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BSVÖ im Fokus: Wunderwerk Auge. Am Anfang ist das Licht.

  • BSVÖ im Fokus © BSVÖ

Am 6.6. ist der Tag der Menschen mit Sehbehinderungen. Grund für uns, den gesamten Juni über den Fokus auf eines der spektakulärsten Sinnenorgane des Menschen zu richten: das Auge. Filigran und doch ausdauernd sind Augen wahre Wunderwerke des Körpers. Aber wissen Sie auch, was das Innere des Augapfels mit hochpreisigen Gesichtscremen zu tun hat, ob der Lidschlussreflex wirklich einen zuverlässigen Schutz darstellt und wieso wir uns über Farben streiten? Im BSVÖ-Fokus erzählen wir es! Den Anfang macht – natürlich das Licht!

Der Weg des Lichts durch das Auge

Ohne Licht kein Sehen, so zumindest in der Theorie. Denn der Sehvorgang beginnt, sobald Lichtstrahlen auf das Auge treffen. Zuerst gelangen sie durch die Hornhaut, die eine transparente Schutzschicht an der Vorderseite des Auges ist und bereits einen großen Teil der Lichtbrechung übernimmt, in das Innere des Auges. Danach passiert das Licht die Pupille, die sich in der Mitte der Iris befindet. Die Iris ist der farbige Teil des Auges und reguliert die Größe der Pupille. Bei hellem Licht zieht sich die Pupille zusammen, damit weniger Licht ins Auge gelangt. In dunkler Umgebung erweitert sie sich, um möglichst viel Licht aufzunehmen.

Hinter der Pupille befindet sich die Augenlinse. Ihre Aufgabe besteht darin, die Lichtstrahlen so zu bündeln, dass ein scharfes Bild entsteht. Damit sowohl nahe als auch entfernte Gegenstände deutlich gesehen werden können, verändert die Linse ständig ihre Form. Dieser Vorgang wird als Akkommodation bezeichnet.

Die Netzhaut als Sinneszentrale

Nachdem das Licht die Linse passiert hat, trifft es auf die Netzhaut, auch Retina genannt. Dort entsteht ein verkleinertes und auf dem Kopf stehendes Bild der Umgebung. Die Netzhaut enthält Millionen von Sinneszellen, die das Licht in elektrische Signale umwandeln.

Was es mit den Stächen und Zapfen auf sich hat.

Auf der Netzhaut des menschlichen Auges befinden sich zwei Arten von lichtempfindlichen Sinneszellen: Stäbchen und Zapfen. Beide wandeln Licht in elektrische Signale um, die anschließend über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. Trotzdem unterscheiden sie sich deutlich in ihrer Aufgabe und Arbeitsweise.

Die Stäbchen sind für das Sehen bei schwachem Licht verantwortlich. Sie reagieren bereits auf sehr geringe Lichtmengen und ermöglichen uns deshalb das Sehen in der Dämmerung oder nachts. Allerdings können Stäbchen keine Farben erkennen. Das nächtliche Sehen erscheint deshalb überwiegend grau oder schwarz-weiß. Im menschlichen Auge gibt es etwa 120 Millionen Stäbchen. Sie liegen vor allem in den äußeren Bereichen der Netzhaut. Deshalb nehmen wir Bewegungen oder Lichtreize am Rand unseres Sichtfeldes oft besonders gut wahr.

Die Zapfen sind für das Farbsehen und das scharfe Erkennen von Details zuständig. Sie arbeiten besonders gut bei Tageslicht und benötigen deutlich mehr Licht als die Stäbchen. Der Mensch besitzt ungefähr sechs bis sieben Millionen Zapfen. Sie konzentrieren sich vor allem in der Fovea, dem Punkt des schärfsten Sehens im Zentrum der Netzhaut.

Nachtsicht aktiviert?

In der Theorie sehen Menschen ohne Sehbehinderungen, wenn sie  von einer hellen Umgebung in einen dunklen Raum wechselt, zunächst fast nichts. Erst nach einiger Zeit passt sich das Auge an die Dunkelheit an. Dieser Vorgang heißt Dunkeladaptation.

Die Anpassung erfolgt in zwei Phasen:

  • Zunächst reagieren die Zapfen. Sie gewöhnen sich innerhalb weniger Minuten an das schwächere Licht.
  • Danach übernehmen zunehmend die Stäbchen. Da sich ihr Sehfarbstoff Rhodopsin erst regenerieren muss, dauert dieser Prozess länger.

Ein gesundes Auge benötigt ungefähr:

  • etwa 5 bis 10 Minuten für eine deutliche Verbesserung des Sehens
  • rund 20 bis 30 Minuten für die nahezu vollständige Dunkeladaptation

Nach dieser Zeit sind die Stäbchen maximal lichtempfindlich. Deshalb können Menschen mit gutem Sehvermögen nach längerem Aufenthalt im Dunkeln selbst sehr schwache Lichtquellen wahrnehmen.

Die Anpassung funktioniert übrigens auch in die andere Richtung: Beim Wechsel aus Dunkelheit in helles Licht reagiert das Auge deutlich schneller. Die Pupille verengt sich innerhalb von Sekunden, um die Netzhaut vor zu viel Licht zu schützen.

 

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