BSVÖ: Neujahrsvorsätze für ein inklusives 2026! Guter Vorsatz: Teilhabe auf allen Ebenen ermöglichen!
Wir starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr! Seien Sie mit dabei wenn es darum geht, Teilhabe und ein inklusives Miteinander zu fördern. Denn noch ist der Weg zur fairen und chancengleichen Gesellschaft voller Barrieren…
Selbstbestimmt durch das Leben kommen
Soziale und kulturelle Teilhabe ist ein zentraler Bestandteil eines selbstbestimmten Lebens. Für blinde und sehbehinderte Menschen bedeutet sie, gleichberechtigt am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilnehmen zu können – ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein und ohne ausgeschlossen zu werden. Teilhabe ist dabei nicht nur eine Frage des Zugangs, sondern auch der Haltung: Inklusion gelingt dort, wo Barrieren konsequent abgebaut und Vielfalt als selbstverständlich anerkannt wird.
Barrierefreiheit voraus!
Eine grundlegende Voraussetzung ist der barrierefreie Zugang zu Veranstaltungen, Institutionen und Einrichtungen. Öffentliche Gebäude, Kulturstätten, Sportanlagen und Veranstaltungsorte müssen so gestaltet sein, dass Orientierung und Sicherheit gewährleistet sind. Dazu zählen taktile Leitsysteme, gut erkennbare Kontraste, klare Beschilderungen sowie akustische Informationen. Auch digitale Angebote von Behörden und Veranstalter:innen müssen barrierefrei sein, damit Informationen zu Terminen, Abläufen oder Services selbstständig genutzt werden können. Nur wenn der Zugang sowohl physisch als auch digital gewährleistet ist, wird echte Teilhabe möglich.
Kultur erfahrbar machen
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der barrierefreie Zugang zu Information und Kultur. Museen, Ausstellungen und Kultureinrichtungen können durch tastbare Exponate, Audioguides, Führungen mit Audiodeskription oder speziell geschulte Vermittler:innen Barrieren abbauen. Im Bereich Sport ermöglichen inklusive Angebote, barrierefreie Vereinsstrukturen und angepasste Informationsformate blinden und sehbehinderten Menschen, aktiv oder als Zuschauer:innen teilzunehmen. Auch Medien spielen eine entscheidende Rolle: Audiodeskriptionen im Fernsehen, im Kino, im Streaming und bei Live-Veranstaltungen machen Filme, Serien, Theaterstücke und Sportübertragungen für blinde und sehbehinderte Menschen erlebbar und fördern kulturelle Teilhabe auf Augenhöhe.
Politisch aktiv? Selbstverständlich!
Soziale und kulturelle Teilhabe umfasst auch die politische Mitbestimmung. Barrierefreie Informationen zu Wahlen, politischen Prozessen und gesellschaftlichen Debatten sind Voraussetzung dafür, dass blinde und sehbehinderte Menschen sich eine eigene Meinung bilden und Entscheidungen eigenständig treffen können. Dazu gehören barrierefreie Wahlunterlagen, zugängliche Informationsangebote von Parteien und Institutionen sowie inklusive Beteiligungsformate. Politische Teilhabe ist ein wesentlicher Ausdruck von Selbstbestimmung und demokratischer Gleichberechtigung.
Mein Leben, meine Entscheidungen
Zentral für all diese Bereiche ist die Möglichkeit, Entscheidungen eigenständig zu treffen – sei es bei der Auswahl einer kulturellen Veranstaltung, bei sportlichen Aktivitäten, bei Medienangeboten oder bei politischen Fragen. Selbstbestimmung entsteht dort, wo Informationen verständlich, zugänglich und rechtzeitig verfügbar sind und wo Menschen ihre Interessen ohne Bevormundung verfolgen können.
Mit dem BSVÖ und seinen Landesorganisationen zu mehr Inklusion
Eine wichtige Rolle bei der Förderung sozialer und kultureller Teilhabe spielt der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) gemeinsam mit seinen Landesorganisationen. Wir setzen uns auf politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ebene für die Rechte blinder und sehbehinderter Menschen ein, sensibilisieren Öffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen und wirken auf den Abbau von Barrieren hin. Durch Beratung, Information, Interessenvertretung und konkrete Projekte tragen wir dazu bei, inklusive Angebote zu schaffen und bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. Die Landesorganisationen sind dabei wichtige Anlaufstellen vor Ort: Sie vernetzen Betroffene, organisieren kulturelle und soziale Aktivitäten, begleiten regionale Initiativen und bringen die Perspektiven blinder und sehbehinderter Menschen direkt in Gemeinden, Bundesländer und Institutionen ein.
So gelingt’s
- Selbstbestimmung stärken (soziale, kulturelle und politische Teilhabe als Menschenrecht anerkennen, unabhängige Teilnahme ohne fremde Hilfe ermöglichen, Vielfalt als gesellschaftliche Norm begreifen)
- Barrierefreien Zugänge schaffen (öffentliche Gebäude, Institutionen, Einrichtungen & Veranstaltungsorte barrierefrei gestalten, taktile Bodeninformation, gute Kontraste & klare Beschilderung umsetzen, akustische Informationen und Sprachausgabe anbieten, digitale Angebote barrierefrei gestalten)
- Kultur & Sport inklusiv gestalten (Museen & Ausstellungen mit tastbaren Exponaten & Audioguides ausstatten, Spezialführungen von Kunstvermittler:innen anbieten, Audiodeskription in Theater und Sport ermöglichen), Kulturvermittlung barrierefrei & inklusiv denken, Barrierefreie Sportangebote & inklusive Vereinsstrukturen fördern, Informationen zu Sport- & Freizeitangeboten zugänglich aufbereiten
- Medien barrierefrei zugänglich machen (Audiodeskriptionen im Fernsehen, Kino, Streaming & bei Live-Events ausbauen, barrierefreie Informationen zu Kultur- & Medienangeboten sicherstellen)
- Politische Teilhabe ermöglichen (barrierefreie Wahlunterlagen bereitstellen, politische Informationen zugänglich & verständlich aufbereiten, inklusive Beteiligungsformate entwickeln, selbstständige Meinungsbildung und Entscheidungsfindung ermöglichen)
- Informationen verständlich, rechtzeitig & barrierefrei bereitstellen
- Bevormundung vermeiden, Vorurteile überdenken und Selbstbestimmung respektieren!
Soziale und kulturelle Teilhabe ist kein Zusatzangebot, sondern ein Menschenrecht. Wenn Kultur, Sport, Medien, Politik und gesellschaftliches Leben barrierefrei gestaltet werden, profitieren nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen, sondern die gesamte Gesellschaft. Der Einsatz des BSVÖ und seiner Landesorganisationen zeigt, dass Inklusion möglich ist – wenn sie aktiv gestaltet, politisch eingefordert und gemeinsam gelebt wird.

