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Mythen der Barrierefreiheit

BSVÖ: Digital ist eh genial. Mythen der Barrierefreiheit Teil 3.

Letzte Woche sind wir dem Mythos nachgegangen, dass Barrierefreiheit durch eine Rampe eigentlich schon erfüllt wäre und dass man blinde und sehbehinderte Menschen immer daran erkennen könnte, dass sie mit Taststock, Brille und Dreipunktschleife unterwegs sind. Diese Woche spüren wir der Aussage nach, dass alles, was digital angeboten wird, auch barrierefrei für alle zu benutzen sei…

Mythos: Digital ist eh genial

Gut, dass ein Handout auf Papier nicht barrierefrei für blinde und stark sehbehinderte Menschen ist, ist klar. Auch, dass ein gedrucktes Buch, ein Wegweiser an der Wand oder eine Überkopftafel nicht unbedingt förderlich ist. Genau so wenig wie eine rote Ampel (die keine Geräusche von sich gibt) oder ein Fahrplan hinter Glas, ein „erklärendes“ Bild oder ein Film, der nur mit Bild aber ohne Ton Informationen bieten soll. Aber nicht jeder Inhalt, der digital aufrufbar ist, ist auch wirklich barrierefrei. Tatsächlich weisen, laut einer Studie der WebAIM, die eine Million Home Pages geprüft hat, 98,1% mindestens einen Fehler auf, was die WCAG 2.0 Standards betrifft. Im Schnitt finden sich sogar 60,9 Fehler auf jeder Seite! Von wegen barrierefrei!

Fehlen sinnvolle Strukturen im Aufbau der Seite, ordentliche Beschriftungen von Verknüpfungen, Alt-Texte oder sind die Kontraste nicht genügend ausgeführt und führen Links ins Leere, so ist es vorbei mit einer barrierefreien Nutzung. Und das bedeutet, dass blinde und sehbehinderte Menschen, die Seiten nicht mit Maus und via Bildschirm sondern per Screenreader und Tastatur bedienen, schnell anstehen. Dann funktionieren Services nicht mehr, Infos können nicht eingeholt werden oder Bestellungen nicht aufgeben, Tickets nicht gebucht und womöglich Geldgeschäfte nicht anonym und selbstbestimmt durchgeführt werden.

Digital hat Potential und kann, um im Reimen zu bleiben, auch genial sein. Aber dafür müssen Inhalte und Strukturen auch barrierefrei gestaltet sein. Webseiten-Anbieter müssen sich damit auseinander setzen, was notwendig ist, um Barrierefreiheit herzustellen, um wirklich allen Nutzer:innen den Zugriff zu ermöglichen. Sonst endet die scheinbar unendliche Freiheit des  WWW in Diskriminierung…

Ihre Fragen sind gefragt!

Bestimmt haben auch Sie sich auch gefragt, wie Barrierefreiheit eigentlich funktioniert. Ob man dafür bestraft werden kann, wenn man sie nicht umsetzt. Und wer einem weiterhilft, wenn man selbst ansteht. Damit diese Fragen nicht länger unbeantwortet bleiben, geht die Wissen-Reihe „Fragen bringen Mehr-Sinn“ nun an den Start.  Nutzen Sie die Chance und schreiben Sie uns, welche Fragen Ihnen im Kopf herumschwirren – unsere Expertinnen sind Meisterinnen des Fachs und haben die Antworten gebündelt für Sie. Und keine Angst – es gibt keine dummen Fragen!

Schreiben Sie an: pr(at)blindenverband.at

Webinare: Digitale Medien zugänglich machen.

Susanne Buchner-Sabathy, Expertin für digitale Barrierefreiheit des BSVÖ, und Doris Ossberger, ehemalige Leiterin der Kompetenzstelle für digitale Barrierefreiheit des BSVÖ, gehen mit Ihnen Schritt für Schritt in Richtung digitaler Barrierefreiheit!

Am 10., 11. und 17. September 2024 finden drei online Workshops „Digitale Barrierefreiheit kurz und gut“, „3 Schritte zum barrierefreien PDF“ und „Mein Handy spricht mit mir: Screenreader sehend nutzen“ statt. Melden Sie sich gleich an und freuen Sie sich auf einen inspirierenden Start in den Herbst! Informationen zu Inhalten, Preisen und Anmeldung gibt es auf der Webseite von Doris Ossberger unter folgendem Link: https://wortklaviatur.at/aktuelles-kursangebot/

Digitaltraining für Screenreader-Nutzer:innen im Herbst

Im November leiten Doris Ossberger und Susanne Buchner-Sabathy ein Digitaltraining, das aus 4 Einheiten besteht und Ihnen das selbstbewusste Nutzen digitaler Medien erleichtert . Mehr erfahren Sie hierzu unter: https://www.blindenverband.at/de/aktuelles/2222/Naechste-Chance-Dabei-sein-beim-Digitaltraining-im-Herbst

Sie wissen schon alles? Andere vielleicht noch nicht. Empfehlen Sie uns gerne weiter und helfen Sie mit, das Wissen über digitale Barrierefreiheit unter die Leute zu bringen!

Kontakt

DI Doris Ossberger

E-Mail: do(at)wortklaviatur.at

Webseite: www.wortklaviatur.at

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