Franz Kaindl, Jahrgang 1947, verbindet als Diplomingenieur der Biomedizintechnik sachliches Verständnis mit Beharrlichkeit und einem Sinn für das Machbare. Als er 1979 die Diagnose erhielt, zunehmend sein Augenlicht zu verlieren und schließlich zu erblinden, zog er sich nicht zurück, sondern blieb aktiv, neugierig und motiviert. Sein Weg führte ihn zurück an die Universität, wo er sich in seiner Diplomarbeit mit dem Zusammenhang von Klima und Moral auseinandersetzte. Technik, Handwerk, Energie, Theologie und gesellschaftliche Verantwortung – all diese Bereiche gehören zu seinem vielfältigen Interesse.
Unter Obmann Kohlbacher wurde DI Franz Kaindl Mitglied im BSVSt, übernahm Verantwortung und engagierte sich zunehmend auch innerhalb des Verbandes, brachte seine Erfahrungen und seine Expertise in Gremien und Entscheidungsprozesse ein. Als Beirat sowie zweiter und erster Obmann-Stellvertreter beim BSVSt brachte sich Herr Kaindl mit großem Einsatz ein und wurde darüber hinaus in einige Ausschüsse der Stadt Graz und des Landes entsandt, so auch in den Monitoringausschuss.
Sein Einsatz für Barrierefreiheit ist bis heute konsequent. Bereits 2007 wandte er sich an Raiffeisen mit der Frage nach barrierefreien digitalen Lösungen. Er dokumentierte Probleme und Lösungswege und zeigte auf, wie Barrieren die finanzielle Selbstbestimmung gefährden können.
Seine Aufmerksamkeit reicht weit über Banken hinaus: Haushaltsgeräte, digitale Verwaltung, elektronische Bedienoberflächen und der öffentliche Raum – überall benennt er Barrieren, wenn Menschen dadurch auf fremde Hilfe angewiesen sind. „Lästig sein und dort, wo ich etwas verändern kann, nicht aufgeben“, lautet sein Credo. Hunderte Briefe an die Landesregierung, Gespräche mit Verantwortlichen und unermüdliche Nachfragen zeugen von seinem Einsatz.
Der BSVÖ gratuliert herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung und dankt DI Franz Kaindl für seinen jahrzehntelangen Einsatz für eine barrierefreie und inklusive Gesellschaft.




