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Tag des Weißen Stocks - 80 Jahre Gemeinsam mehr sehen

Tag des Weißen Stocks – 80 Jahre gemeinsam mehr sehen

80 Jahre Verantwortung. 80 Jahre Engagement. 80 Jahre gemeinsam für eine Gesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt leben können. Der Tag des Weißen Stocks steht 2026 ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit acht Jahrzehnten setzt sich der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) für die Rechte, die Anliegen und die Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen ein. Acht Jahrzehnte, in denen Menschen füreinander eingestanden sind, Barrieren überwunden, Veränderungen erkämpft und den Weg in eine gerechtere Zukunft mitgestaltet haben. 80 Jahre, in denen eines immer im Mittelpunkt stand: der Mensch.

80 Jahre Blinden- und Sehbehindertenverband – Ein Jubiläum, das Anlass gibt, all jenen zu danken, die sich am bisherigen Weg für eine bessere Gesellschaft eingesetzt haben und zugleich die Kraft der Gemeinschaft in den Mittelpunkt zu rücken. Denn die eine faire und inklusive Zukunft entsteht dort, wo alle Stimmen gehört werden, wo niemand zurückgelassen wird und Menschen zusammenhalten, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen. Und genau dafür steht der BSVÖ – seit 80 Jahren und auch in Zukunft: gemeinsam mehr sehen.

Mit der Gründung des Blinden- und Sehbehindertenverbandes 1946 wurde nicht nur eine Institution etabliert, die über Jahrzehnte hinweg eine essentielle Anlaufstelle für blinde und sehbehinderte Menschen in ganz Österreich sein sollte, sondern auch Pionierarbeit geleistet: In einer Zeit, in der vieles erst erkämpft werden musste, wurde der Rahmen zur Beseitigung von Barrieren und der Einführung von umfassender Teilhabe geschaffen. Von Beginn an gruppierten sich im Verband mutige und entschlossene Aktivist:innen, die sich für die Rechte blinder und sehbehinderter Menschen einsetzten, auf Selbstbestimmung pochten und somit gemeinsam aktiv an einer gerechteren Gesellschaft arbeiteten. Die die Grundsteine, die damals gelegt wurden, bilden heute das Fundament, auf dem eine inklusive und chancengleiche Gesellschaft stehen kann. Was damals mit Mut, Überzeugung und dem Willen zur Veränderung begann, ist bis heute Auftrag und Verpflichtung zugleich.
80 Jahre BSVÖ bedeuten auch 80 Jahre, in denen Menschen füreinander da waren. Von Beginn an verstand sich der Verband als Selbsthilfeorganisation, die begleitet, berät, unterstützt und stärkt – in den großen Fragen des Lebens ebenso wie in den alltäglichen Herausforderungen. 


Er sah sich aber auch in der politischen Pflicht, die Rechte blinder und sehbehinderter Menschen einzufordern und zu verteidigen. So wurde der BSVÖ bald Mitglied bedeutender Dachorganisationen, die nicht nur österreichweit, sondern auch international für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eintreten. Ob Europäische Blindenunion, Weltblindenunion, oder Österreichischer Behindertenrat – die Bedeutung von tadelloser Vernetzung und der Kooperation über Landesgrenzen hinweg wurde vom BSVÖ von Beginn an erkannt. So übernahm er Verantwortung über die unmittelbare Unterstützung hinaus: Er machte auf Barrieren aufmerksam, kämpfte für Gleichberechtigung und brachte die Anliegen blinder und sehbehinderter Menschen dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden. Auch heute zählt der Austausch und die enge Verbindung zu zahlreichen nationalen und internationalen Organisationen und Interessensvertreter:innen, zu Entscheidungsträger:innen und Stakeholdern zu einer der Hauptsäulen der Verbandsarbeit – eine Verbindung aus persönlicher Unterstützung und gesellschaftspolitischem Engagement also, die die Arbeit Arbeit des BSVÖ bis heute prägt. Denn echte Teilhabe entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen Hilfe erhalten. Sie entsteht dort, wo Rechte gesichert, Hindernisse beseitigt und Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben geschaffen werden.
Gemeinsam lassen sich Anliegen mit größerem Nachdruck vertreten, Erfahrungen teilen und Perspektiven eröffnen. Auch heute lebt die Verbandsarbeit von diesem Austausch, von starken Partnerschaften und vom gemeinsamen Einsatz mit all jenen, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen starkmachen. Denn der Kampf für Gleichberechtigung kennt keine Landesgrenzen – und Fortschritt gelingt dort am besten, wo Menschen ihre Kräfte bündeln.


Mit seinen Landesorganisationen ist der BSVÖ in ganz Österreich verankert und nahe an den Menschen. Hier wird sichtbar, was 80 Jahre Engagement konkret bedeuten: Beratung, Unterstützung, bedarfsgerechte Angebote und Programme, aber auch ein offenes Ohr für jene Anliegen, die sonst allzu leicht übersehen werden. Die regionale Verankerung schafft Nähe, Vertrauen und die Möglichkeit, dort anzusetzen, wo Unterstützung gebraucht wird. Sie macht aus einem gemeinsamen Auftrag gelebte Wirklichkeit. Denn hinter jeder politischen Forderung, hinter jeder erreichten Verbesserung und hinter jedem Schritt in Richtung Barrierefreiheit stehen Menschen mit ihren individuellen Lebensgeschichten, ihren Bedürfnissen und ihren Rechten.
80 Jahre BSVÖ sind 80 Jahre gemeinsames Hinsehen – und der entschlossene Wille, dort etwas zu verändern, wo andere wegsehen. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam mehr sehen“ vereint der Verband Menschen, die sich nicht mit dem Erreichten zufriedengeben, sondern weiterdenken, weiterkämpfen und weitergestalten. Denn eine inklusive Gesellschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, die Ungleichheiten benennen und die bereit sind, sich mit Ausdauer und Überzeugung für Veränderungen einzusetzen. Sie braucht Solidarität, Mut und die Bereitschaft, Frust und Rückschläge in Kauf zu nehmen und dennoch für die Sache einzustehen. 


Am Tag des Weißen Stocks blickt der BSVÖ deshalb mit Dankbarkeit auf acht Jahrzehnte voller Einsatz, Beharrlichkeit und gemeinsamer Erfolge zurück. Unser Dank gilt all jenen, die den Weg geebnet, für Rechte gekämpft und notwendige Veränderungen angestoßen haben. Er gilt ebenso jenen, die den Verband Tag für Tag mit Leben füllen, die ihre Zeit und ihre Energie mit Freude investieren, um an einer fairen und chancengleichen Gesellschaft zu feilen und die durch ihre Arbeit direkte Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Denjenigen, die Ideen einbringen, die Angebote weiterentwickeln und Menschen dabei unterstützen, ihren eigenen Weg selbstbestimmt zu gehen. Jede einzelne dieser Leistungen ist Teil einer gemeinsamen Geschichte – einer Geschichte, die zeigt, wie viel möglich wird, wenn Menschen zusammenstehen und sich für ein gemeinsames Ziel einsetzen.
„80 Jahre für blinde und stark sehbehinderte Menschen da zu sein bedeutet 80 Jahre Verantwortung“, fasst es Präsident Dr. Markus Wolf zusammen. „Der BSVÖ hat sein Angebot kontinuierlich ausgebaut. Heute sind wir eine komplexe Organisation mit vielen Aufgaben. Eines ist aber geblieben, nämlich dass der Mensch im Mittelpunkt steht.“

Dieses Versprechen ist Vermächtnis und Zukunftsauftrag zugleich. Denn auch wenn in acht Jahrzehnten viel erreicht wurde, bleibt noch viel zu tun. Barrierefreiheit, Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe sind keine Selbstverständlichkeit, sondern Ziele, für die es auch weiterhin Einsatz und Entschlossenheit braucht. Der BSVÖ wird sich deshalb auch in Zukunft mit aller Kraft für die Rechte blinder und sehbehinderter Menschen starkmachen, bestehende Barrieren benennen und neue Wege eröffnen.