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25.04.2013

Ein einzigartiger Blindenwanderweg für Innsbruck

Blinde Menschen können Weg selbstständig, sicher und ohne Begleitpersonen nutzen

Blinden-Wanderweg © TBSV

(Alt-)Funktionäre des TBSV beim Erkunden des neueröffneten Blinden-Wanderweges in Innsbruck. Im Bild ganz rechts Obmann Prof. Klaus Guggenberger.

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Der an der Sill gelegene Info-Wanderweg für blinde und sehbehinderte Menschen, der in Zusammenarbeit der Stadt Innsbruck und dem Tiroler Blinden- und Sehbehinderten Verband entstand, ist österreichweit einmalig. Nach der Generalüberholung des fünf Kilometer langen Weges vom Sillpark bis zum Baggersee erfolgte am 24. April die Neueröffnung.

Aus diesem Anlass machte sich Sozialstadtrat Ernst Pechlaner gemeinsam mit dem Prof. Klaus Guggenberger, Obmann des Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverbandes (TBSV) und Mitwirkenden bei der Gestaltung einen Eindruck von einer der neuen Informationsstationen.

Barrierefreiheit = Voraussetzung für Inklusion

"Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für eine selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung. Gerade deshalb ist sie ein Grundanliegen der Stadt Innsbruck“, so Stadtrat Pechlaner: „Von diesem innovativen Projekt profitieren nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen, wir alle können auf dem Lehrpfad unser Wissen erweitern“. TBSV-Obmann Klaus Guggenberger erklärte, dass sich die Promenade an der Sill ideal für den Blindenwanderweg eigne, „weil der Fluss, die Vögel und die blühenden Bäumen eine perfekte Geruchs- und Hörkulisse für blinde Menschen bilden.“

Im Rahmen der Arbeit des TBSV im Behindertenbeirat der Stadt Innsbruck ist ein Weg für blinde Menschen entstanden, den sie selbstständig, sicher und ohne Begleitpersonen nutzen können. Das lehrreiche Projekt entstand bereits vor einigen Jahren auf Initiative von Dietmar Graff und dem ehemaligen Vizebürgermeister DI Eugen Sprenger. Dieser meinte schon damals: „Projekte, die mit so großer Begeisterung von engagierten Mitbürgern unterstützt werden, sind eine große Bereicherung für die ganze Stadt.“

Leicht zu finden und gut ertastbar

Sieben Thementafeln, die sich insbesondere mit dem Naturraum „Fluss“ befassen, sind auf der fünf Kilometer langen Strecke aufgestellt. Durch ein taktiles Leitsystem im Boden sind die Tafeln leicht zu finden und aufgrund von Reliefdarstellungen aus Kunststoff, die von der Firma Gravurtechnik Neuhold GmbH gefräst wurden, sind sämtliche Grafiken und zentrale Textelemente gut ertastbar.

In den vergangenen Wochen wurden die Tafeln überarbeitet und bestehen nun aus einem robusten, witterungsbeständigen Material. Zusätzlich zu den einzelnen Thementafeln soll noch eine taktile Tafel mit einem Übersichtsplan beim Sillpark angebracht werden. Die Kosten für den Einbau des taktilen Systems und die Gestaltung der Informationstafeln werden zu 80 Prozent von der Stadt Innsbruck und zu 20 Prozent vom Land Tirol übernommen.

Ein lehrreicher Spaziergang für alle

Für die inhaltliche Gestaltung der Schautafeln war der Biologe Univ.-Doz. Mag. Dr. Armin Landmann zuständig. Da bei der Anbringung der Tafeln zudem auf Rollstuhlfahrer Rücksicht genommen wurde, können auch sie das Angebot nutzen.

Webtipp: TBSV