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29.07.2018

Zertifikate für Assitenzhunde

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens!

Assistenzhund © Ernst Hammerschmid/Vetmeduni Vienna

Ein semmelfarbener Assistenzhund bei der Zertifikatvergabe

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Assistenzhunde, zu denen auch Blindenführhunde zählen, unterstützen ihre Menschen im Alltag und helfen, sichere Mobilität zu steigern und Stress zu reduzieren. Die umfangreich ausgebildeten Tiere sind wertvolle Begleiter für Menschen mit Behinderungen. Sind alle Hürden der Ausbildung und Prüfungen überwunden, steht dem Arbeitsalltag als Assistenzhund nichts mehr im Wege.

Speziell geschulte Hunde helfen Menschen mit Behinderung ihren Alltag zu bewältigen – Prüfstelle an der Vetmed Wien bereitet Assistenzhunde optimal auf ihre Aufgaben vor

Ob Blindenführhunde, die ein Gewinn an Mobilität und Sicherheit für blinde und schwer sehbehinderte Menschen sind, oder Signalhunde, die bestimmte Laute und Geräusche anzeigen und dadurch Menschen mit einer Hörbehinderung unterstützen - Assistenzhunde sind wichtige Stützen im Alltag von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. „Die barrierefreie Teilhabe für Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft und am öffentlichen Leben ist ein wichtiger Punkt in unserem Regierungsprogramm. Deshalb ist die heutige Veranstaltung ein weiterer und wesentlicher Schritt zur Sensibilisierung für das Anliegen von Menschen mit Behinderung. Ich freue mich besonders, dass die Verleihung der Zertifikate gleichzeitig ein Zeichen der Anerkennung der Leistung der Assistenzhundeführer ist “, erklärte Bundesministerin Mag. Beate Hartinger-Klein bei der feierlichen Übergabe der Zertifikate für die bestandene Ausbildung.

Nach positiver Absolvierung einer Beurteilung durch Sachverständige werden die vierbeinigen Helfer als Assistenzhunde anerkannt. Die Zertifizierung erfolgt gemäß der von der Prüfstelle ausgearbeiteten Prüfungsordnung und umfasst die Bereiche Gesundheit, Sozial- und Umweltverhalten, Unterordnung, spezielle Hilfeleistungen und das Zusammenspiel des Teams Mensch und Assistenzhund. „Assistenzhunde werden in allen Bereichen des täglichen Lebens eingesetzt, daher benötigen sie in ihrer Funktion als Begleithunde von Menschen mit Behinderungen freien Zugang zu öffentlichen Orten, Gebäuden und Dienstleistungen“, so Hartinger-Klein. Mit dem Zertifikat wird bestätigt, dass die Tiere im privaten und im öffentlichen Umfeld die gelernten Aufgaben gut und sicher durchführen. Damit können die Assistenzhunde in den Behindertenpass eingetragen werden und sind somit von Hundeverboten und der Maulkorb- und Leinenpflicht befreit.

Nach einer Pilotphase zwischen 2015 bis 2017 wurde die Leistung „Prüfstelle Assistenzhunde und Therapiebegleithunde“ international ausgeschrieben. Den Zuschlag bekam Anfang des Jahres 2018 das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Beurteilungen sind für die betroffenen Hundeführerinnen und Hundeführer kostenlos. „Wie groß der Bedarf an einer solchen Prüfstelle war, zeigt die Anzahl der abgelegten Prüfungen in den letzten Jahren. 204 Assistenz- und 2100 Therapiehunde wurden bisher geprüft. Neben der Bedeutung für die barrierefreie Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben, haben die Assistenzhunde auch einen positiven gesundheitlichen Aspekt für ihre Halter“, ist die Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz überzeugt.

(Quelle: OTS - Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz)

Förderung von Assistenzhunden in Österreich

Seit 1. Jänner 2018 gelten verbesserte Richtlinien bei der Förderung zur Anschaffung von Assistenzhunden. Zur Verbesserung der beruflichen Integration sind Individualförderung aus dem Ausgleichstaxfonds vorgesehen, die anstatt der bisherigen 21.500 Euro bis zu 30.000 Euro ausmachen sollen (Blindenführhunde). Die Anschaffung von Service- und Signalhunden zur beruflichen Integration wird mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Auch der Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderungen sieht Zuwendungen vor.

Die Förderungen für den Bereich der sozialen Rehabilitation liegen allerdings im Wirkungsbereich der Länder, was leider auch eine von Land zu Land unterschiedliche Förderlage ausmachen kann.