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11.04.2018

ERASMUS+ Projektabschluss: Polen und Belgien zu Gast in Wien

Das EU-Projekt „Beyond Barriers and Borders“ geht zu Ende

Besuch im Nationalrat in der Hofburg © BSVÖ

Die österreichische Projektgruppe auf der Regierungsbank im Plenarsaal des Nationalrats nach ihrer Führung in der Hofburg

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Im Rahmen des ERASMUS+ Projektes, das der BSVÖ seit 2017 mit dem polnischen Blindenverband und der belgischen Organisation VIEWS International durchführt,  sollen lebenspraktische Fertigkeiten wie Kochen, Haushaltsführung, der Umgang mit Hilfsmitteln, die Kommunikationsfähigkeit sowie die interkulturelle Kompetenz gestärkt und gleichzeitig barrierefreie Freizeitangebote vorgestellt sowie eine generelle Diskussion über das Leben mit einer Sehbehinderung in den jeweiligen Ländern ermöglicht werden. Nachdem 10 österreichische Mitglieder und 4 freiwillige Begleitpersonen im letzten Jahr spannende Projekttage in Warschau und Lüttich verbringen durften, fand die letzte Workshop Woche des Projektes im März 2018 in Wien statt. Die 23-jährige Teilnehmerin Barbara Geher berichtet über ihren Aufenthalt in Wien und über ihre allgemeinen Erfahrungen im Projekt.

„Den Auftakt, aber auch gleichzeitig einen der Höhepunkte des Programms, bildete eine Diskussion mit Kira Grünberg, die die Anliegen von Menschen mit Behinderung für die ÖVP im Nationalrat vertritt. Sie beantwortete nicht nur Fragen zu ihren politischen Vorhaben, sondern sprach auch sehr offen über die Zeit unmittelbar nach ihrem Unfall.

Bei der anschließenden Führung durch die Hofburg, bei der ich mich - ganz im Sinne des internationalen Austauschs - unter die französischsprachige Gruppe mischte, wurden uns viele historische und aktuelle Informationen gegeben. Für mich war diese Erfahrung insofern interessant, als dass ich an einer Führung, die an ein nicht-österreichisches Zielpublikum angepasst war, teilnehmen und somit eine andere Perspektive kennenlernen konnte.

Am nächsten Tag wurde die Diskussion zum Thema Behindertenpolitik weitergeführt - diesmal jedoch ohne Frau Grünberg. An diesem zweiten Teil der Diskussion hat mir besonders gefallen, dass die Teilnehmenden einen tiefen Einblick in behindertenspezifische Themengebiete - vom Pflegegeld über persönliche Assistenz bis hin zur Audiodeskription - in Polen, Belgien und Österreich bekommen konnten. Auch zum Thema "barrierefreies Reisen", das in einer weiteren Diskussionsgruppe behandelt wurde, konnte ich neue Erfahrungen sammeln.

Aber auch die Freizeit kam auf dieser Reise nicht zu kurz. An unserem letzten Nachmittag hatten wir nämlich die Möglichkeit, gemeinsam mit zwei erfahrenen Trainern des Österreichischen Behindertensportverbandes Blindenfußball kennenzulernen. Dabei ging es vor allem laut und hin und wieder etwas chaotisch zu, da alle Sehbehinderten und Sehenden eine Augenbinde trugen. Trotzdem legte sich meine anfängliche Skepsis diesem Sport gegenüber bereits kurz nach dem Aufwärmen.

Unsere Abende verbrachten wir - je nach Lust und Laune - mit Heurigen- oder Pubbesuchen oder gemütlich im Hotel. Dennoch durfte bei unserem Wienbesuch auch die Kultur nicht fehlen. Deswegen gab es die Möglichkeit, in die Volks- oder die Staatsoper zu gehen.

Für mich war das Projekt "Beyond Barriers and Borders" eine großartige Erfahrung, die mir gezeigt hat, dass Unterschiede leicht überbrückt werden können, wenn man bereit ist, offen an eine Situation heranzugehen und sich über alternative Lösungswege Gedanken zu machen. Weder sprachliche Hürden noch Altersdifferenzen hielten uns davon ab, uns auszutauschen, Neues zu lernen und hoffentlich lang andauernde Freundschaften zu schließen.“

Der BSVÖ bedankt sich herzlich bei Frau Abgeordneter Kira Grünberg, ÖVP; Frau Dr. Rotraud Krall, KHM; Herrn Matias Kosta, ÖBSV sowie bei Herrn Josef Maisser, Gremium für Blindenführhundeangelegenheiten, für Ihren Einsatz und Ihre Unterstützung im Projekt.